drama

Prinz in Hölleland

Stefan und Jockel sind zwei schwule Punks, die in Kreuzberg rumhängen, leben und lieben. Die Zeiten waren damals anders – einfacher, wie es scheint. Auf dem Wagenplatz in der Adalbertstraße scheinen Stefan, Jockel und ihre Freunde eine Punk-Utopie zu leben, die Freiheit und politische Autonomie suggeriert, bis Jockel heroinabhängig wird und sich die Dinge dramatisch ändern. Michale Stocks Filmdebüt wird in Form eines Märchens über einen Prinzen erzählt, der in der Hölle landet, bevor er langsam in die Abhängigkeit von Substanzen übergeht, die sein Leben kontrollieren. Prinz in Hölleland ist ein wunderschönes Dokument seiner Zeit, ein kontroverses Manifest der schwulen Punkkultur und eine künstlerische Erzählung der Abhängigkeit. Ser Spielfilm ist ein Kultklassiker der Berliner Punkszene, den jeder mindestens einmal in seinem Leben gesehen haben sollte.

Die Geschichte spielt kurz nach der Wiedervereinigung von West- und Ostdeutschland und handelt von  der zerrütteten Beziehung zwischen Jockel, einem Heroin-Junkie, Stefan, einem politischen Aktivisten und und ihrer beider Lover, dem bisexuellen Micha. Eine zweite Handlung befasst sich mit Michas jungem Sohn Sascha und seiner Kindheit in einer heruntergekommenen Welt voller Drogen und und Selbstlügen. Seine Faszination für den gruseligen, exhibitionistischen Puppenspieler Firlefanz, dessen groteske Puppen ein schwules Märchen spielen, das der Beziehung von Stefan und Jockel entspricht. Im Zentrum des Zerfalls dieser Charaktere steht der Drogendealer Ingolf, gespielt von Rainer Werner Fassbinders Darsteller und Regieassistenten Harry Baer, der anstelle von Marionettendrähten mit Heroin „die Fäden zieht“. Die Musik kommt von Bändmitgliedern der „Einstürzenden Neubauten“.

Director´s Notes

Prinz erhielt bei seiner Uraufführung 1993 am Max Ophüls Festival den Publikumspreis und wurde in vielen Länder auf Festivals präsentiert, darunter auch beim ersten Schwul-lesibischen Filmfest in St Petersburh und Moskau. In Deutschland wurde Prinz in Hölleland zwar nie Im Fernsehen ausgetrahlt, aber zum Deutschen Kulturerbe erklärt und ist im Deutschen Historischen Museum archiviert. 2019 wurde die Negativkopie des Films aufwendig restauriert.

 

Der Film ist im Verleih von Salzgeber & Co. Medien GmbH: https://www.salzgeber.de/

 

Crew:

Directed by Michael Stock

Written by Michael Stock, Stefan Laarmann, and Wolfram Haack

Cinematography by Lorenz Haarmann

Edited by Uwe Lauterkorn

Sound by Margarete Heitmüller

Music by Tom Stern, Alex Hacke, Chrislo Haas, Ash Wednesday, Andreas Vetter, Alexander Christou

Puppets and Puppet Theatre Design by Moss Fitzpatrick, Michael Stock

Production Manager Axel Zawirucha

Director Assistant Bastian Krondorfer

 

Cast:

Michael Stock as Jockel

Stefan Laarmann as Stefan

Andreas Stadler as Micha

Wolfram Haack as Firlefanz (the Jester)

Nils-Leevke Schmidt as Sascha

Simone Spengler as Sabine

Harry Baer as Ingolf

Andréja Schneider as the Singer

Agnes Müller as Women in Bar

Uwe Lauterkorn as Man in Bar

Gerd Kortrezwa as Tramper

Heny Fenrich as 1.Letherman

Dirk Ludigs as 2. Letherman

Alexander Schröder as 1. Killer

Oliver Picot as 2. Killer

Pat Schneble as 1.Tunte

Volker Paravacini as 2. Tunte

Elese Elsterhof as 1. Dragqueen

Markus Zerki as Drunken Proll

Paule as Junky

Susanne Held as Junky

Nicole Schöner as Junky

Daniel Stump as Junky

Jahr:
Direktor:
Land:
Info:

1993.

Deutschland.
93 minuten, 16mm, farbe.