Dokumentarfilm

Sterben leicht gemacht und wie Frau Herb sichselbst

Sterben leicht gemacht und wie Frau Herb sich selbst (ent-) sorgt – ist derArbeitstitel des filmischen Portraits über das Leben der Berliner Künstlerin Verena Herb. Ihr Leben ist gezeichnet durch die Auseinandersetzung mit Krankheit und auch Tod. Nachdem Motto „Wann dann, wenn nicht jetzt“ begleiten ihr Lebenspartner, Pit van da Loo (Übersetzer), Michael Stock (Filmemacher) und dessen Freund Carsten Cierocki (Krankenpfleger und Heilpraktiker) Verena auf ihrer vielleicht letzten Reise nach Indien an das Meer.

„Ich esse mit den Augen“, erzählt Verena beim Sonnenuntergang am Strand in Goa. Sie liebt die Frauen und das Meer, genauso wie die Tiere, die sie gerne malt. Im Jetzt zu leben, sich selbst nicht sowichtig zu nehmen und mit Humor vom Leben lernen können hilft die Sorgen zu vergessen, dass ihr Körper immer mehr versagt.

Pit, ihr Freund, trägt ständig Sorge, dass sie nicht nur mit den Augen ißt und auch mal an das Trinken denkt. Erträgt geduldig die Launen von Verena, wenn die mal wieder wütend, traurig und auch trotzig ist. Verena ist eben vieles: Willensstark und trotz der Krankheit sehr agil, ständig auf Achse und das Abenteuer suchend, zuweilen rastlos aber eben auch bescheiden, selbstlos und wenig eigennützig.

Einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hat sie, macht sich viele Gedanken und drückt Gefühle unmittelbar frei aus, erzählt Pit in seiner Liebeserklärung ansie am Strand. Und obwohl Verena ungern darüber spricht, macht auch sie sich Sorgen, was aus Pit wohl wird, wenn sie dann nicht mehr ist. Ihren Tränen folgtstets ein Lachen. Und in Sorgen, Wut und Trauer liegt Erkenntnis: Entscheidungen, wie die Chemotherapie einzustellen und selbstherauszufinden, was ihr gut tut und was nicht ist Teil des selbstbestimmten Handelns, dass mit so einer Diagnose nicht immer einfach ist. Wie kann ich auch mit wenig Rente überleben? Will ich mich von Fremden pflegen lassen? Kann ich auch gegen ärztlichen Rat den nächsten stationären Klinikaufenthalt verhindern? Wie mit Schmerzen auch im Alltag weiter Kunst gestalten? Was sind meine Sorgen und welche die der Anderen? Was will ich noch erreichen und wo sind meine Grenzen? Welche Hoffnungen habe ich und welche Wünsche? Gegenüber Ärzten, Heilern und auch Freunden stellt Frau Herb ganz deutlichklar: Ich bin nicht krank, ich lebe jetzt! Wünsche hat Verena noch ganz vieleund was sie noch erleben will: Reiten lernen, in Rilke sich verlieben, nocheinmal ans Meer fahren und vielleicht von ihrer Kunst leben zu können.

Director ́s Notes

Es handelt sich um einen ca. 90 min Non-Profit Dokumentarfilm, an dem wir bereits mit viel Phantasie seid zweieinhalb Jahre arbeiten und ein großer Teil schon abgedreht ist. Wie der Arbeitstitel vermuten läßt geht es im Film um Krankheit, Sterben und auch Sorgen, aber auch um eine kompromislose ÜberlebenskünstlerIn, Liebe, Heilung und Humor, Open Air Raves, bedingungsloses Grundeinkommen und die Notwenigkeit sich selbst nicht immer so wichtig zu nehmen. Ähnlich wie bei meinem Film „Postcard To Daddy“ habe ich aus der Not eine Tugend gemachtund produziere den Film bisher ausschließlich aus eigenen Mittel. Durch diese Unabhängigkeit und mit kleinem Team wird es einmal mehr gelingen eine nintimen, wichtigen und liebevollen Film zu machen. Deshalb helfen bereits schon tolle Freunde, die neben ihren Jobs ihren Teil an dieser No-Budget Langzeitdokumentation beitragen. Der Film soll bis zum Herbst diesen Jahresfertig gestellt werden. Gut Ding will Weile haben…

 

Homepage Frau Herb: http://www.frauherb.de/index.php

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In Arbeit.

Deutschland.
90 minuten, HDCam, farbe.